Was hat Industrie 4.0 mit Mitarbeiterkommunikation zu tun?

Wir bleiben bei den Auswirkungen der Digitalen Transformation für das produzierende Gewerbe. Prof. Volker Banholzer von der TH Nürnberg beschäftigt sich mit Mitarbeiterkommunikation und Industrie 4.0. Auf der Next Economy Open durfte ich mit ihm und Sabine Hockling eine Session zum Thema gestalten.

Prof. Banholzer stellte die Ergebnisse einer aktuellen Vorerhebung vor, in der die Kommunikationsabteilungen von 50 Maschinenbauunternehmen zu Industrie 4.0 befragt wurden. Ein paar Ergebnisse:

  • 50 Prozent kommunizieren aktiv seit über 12 Monaten zu Industrie 4.0.
  • Industrie 4.0 wird vor allem als politischer Begriff wahrgenommen, als CEO-Thema und für das Marketing.
  • Es scheint Unsicherheit darüber zu geben, ob das Thema für die Mitarbeiter interessant ist. Eine Verunsicherung bei den Mitarbeitern vermuten die Kommunikationsabteilungen eher nicht.
Ergebnisse einer Studie der TH Nürnberg: Mitarbeiterkommunikation und Industrie 4.0

Aus der Präsentation von Prof. Banholzer auf der NEO 2015

Die Mitarbeiter, vor allem aus der Produktion, sowie Lieferanten gelten also eher nicht als Empfänger der Unternehmenskommunikation. Das hat mich dann doch sehr gewundert, betrifft Industrie 4.0 doch Produktionsprozesse und die zunehmende Vernetzung innerhalb der Wertschöpfungskette.

Ein alter Fehler: Change ohne Change-Kommunikation

Prof. Banholzer sagte es während seines Vortrages so: „Natürlich ist das ein Verunsicherungsfaktor. Vor allem wenn man sich vor Augen führt, dass das Projekt Digitalisierung und Industrie 4.0 ein klassisches Innovationsthema ist und somit auch eine Change-Kommunikation erfordert. Hier geschehen anscheinend wieder die klassischen Fehler: Es gilt nur als Führungskräftethema. Man vergisst die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Natürlich wird die Mitarbeiterkommunikation nicht das ganze Unternehmen retten, wie eine Teilnehmerin der Diskussion treffend formuliert hat. Aber ohne die Mitarbeiterkommunikation wird es auch nicht gehen. Dabei wird es um die Qualifikation von Mitarbeitern gehen, was nach einschlägiger Meinung kein großes Problem sein sollte.  Und es geht darum, Mitarbeiter aufzuklären, mitzunehmen, am eigenen Wissenstand teilhaben zu lassen und jeden einzuladen, etwa neu erlerntes Wissen mit anderen im Unternehmen zu teilen.

Denn ja: Industrie 4.0 ist vor allem ein Change. Und zwar einer, der in jedem Fall die Erlangung neuer Kompetenzen verlangt.

Interview: Gunnar Sohn im Gespräch mit Prof. Banholzer:

Über Tanja Beck

Geradlinige Lebensläufe haben ausgedient. Heute zählen Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und die Offenheit, Neues zu erkunden. Ob als Ghostwriter, Content Strategin oder PR/Blogger Relation Managerin: Ich liebe Themenwelten und einen guten Diskurs. Aktuelle Schwerpunkte: Digitale Transformation, Blogger Relation und Ingenieurthemen.

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