Soft ist das neue Hard

Es wurde schon viel gesagt und geschrieben, wieso unsere Kommunikations-  und Entscheidungswelt so geworden ist, wie sie ist. Es ist auch schon viel formuliert worden, wie wir als Unternehmen und Kommunikatoren auf diese neue Welt angemessen reagieren sollten. Und dann ist so einige Kritik laut geworden an dem hyperrealen Beratergeblubber und der Unzulänglichkeit aller formulierten Methoden.

Die Richtung ist das Ziel

Wir stöhnen bei den „zehn Tipps zur erfolgreichen Digitalkommunikation“ ebenso wie bei den „neuen Managementtools im Digitalzeitalter“. Fast schon philosophische Debattenbeiträge hingegen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Wir glauben nicht mehr an die eine Methode für das eine Ziel. Wir glauben immer mehr an eine bestimmte Haltung auf unserem Weg. Und das ist ein Fortschritt, also der Schritt in eine Richtung, die ich für richtig halte.

Das Zwischenmenschliche, das Gesellschaftliche, das Soziale waren schon immer Teil der Businesswelt. Aber erst jetzt erhalten sie Gewicht. Die Herausforderung für Organisationen und ihre Entscheider ist es, diese Veränderung wahrhaftig anzuerkennen – und nicht nur zu tun als ob. Das fällt schwer, denn dieses vermeintlich Neue ist von seiner Art anders als alles, was Manager sonst verwalten mussten: Es ist dem Mensch als Wesen zugewandt. Weibergewäsch? Wer das denkt, ist den FortSCHRITT noch nicht gegangen. Denn der Kommunikationsmanager der Zukunft hat keine Angst, über Gefühle, tief verankerte Motive und mehrdimensionale Erwartungen zu reden. „Soft“ ist das neue „Hard“, denn die vermeintlich weichen Fakten bestimmen zunehmend die harten Verkäufe: Empathie, Sensibilität, emotionale Intelligenz, Sozialkompetenz, Vertrauen.

Kulturwandel ist Haltungswandel

Das Geschäftliche erlebt einen Kulturwandel im Sinne eines Haltungswandels, der Mensch und Organisation wirklich nahe geht.  Und das ist keine Floskel, weil ich sonst keine Antwort habe. In der Auseinandersetzung mit Begriffen wird das schnell deutlich – oder wie sag ich jetzt zur Ziel-, Dialog-, Interaktionsgruppe? Manche Unternehmen werden das nicht überstehen, weil ihnen Kompetenzen oder Ressourcen fehlen. Andere entdecken das eigene Werte– und Sozialkapital,  investieren zusätzlich Zeit und Zutrauen, reflektieren Haltung und Verhalten, handeln nach normativen Visionen – und schaffen den Wandel.

Die Unternehmenskommunikation ist dabei im besten Fall Treiber und Mediator, Impulsgeber und Stratege. Als Dokumentarfilmer und Moderator inszeniert sie, was bereits da ist, und hütet sich zu konstruieren, was es so nicht gibt. Dafür braucht auch sie neue, weiche Kompetenzen und Ressourcen. Die entscheidenden Frage ist auch hier nicht, wie viel ein Unternehmen investiert, sondern ob es investiert. Also echt und wahrhaftig dort, wo man es spürt – als Mensch.

Am 10. und 11. Oktober treffen wir uns zum zweiten Mal zum Content Strategy Camp in Dieburg.  Sascha Stoltenow von SCRIPT ist Kooperationspartner und lud zum Gedankenaustausch ein. Dies ist mein Beitrag.

Über Tanja Beck

Geradlinige Lebensläufe haben ausgedient. Heute zählen Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und die Offenheit, Neues zu erkunden. Ob als Ghostwriter, Content Strategin oder PR/Blogger Relation Managerin: Ich liebe Themenwelten und einen guten Diskurs. Aktuelle Schwerpunkte: Digitale Transformation, Blogger Relation und Ingenieurthemen.

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