Kommunikationsprojekte: Freundschaft, Brownies und Benzin

Eine Freundin wollte letztens ein größeres Paket wegbringen.Sie hatte allerdings weder Zeit noch fand sie sich mit der Aufgabe zurecht. Sie bat mich, sie ihr abzunehmen. Ich kannte das Ziel, die Funktionsweise des Transporters und ihr Navigationsgerät. Der Wagen war vollgetankt, im Navi die korrekte Adresse bereits eingespeichert. Alles lief reibungslos. Als ich wiederkam, wartete ein Blech duftender Brownies auf mich. Wir hatten uns in diesem Moment noch ein bisschen lieber als sonst schon, und wussten, wir können uns aufeinander verlassen.

Am nächsten Tag rief mich ihr Nachbar an. Er hatte gesehen, wie toll ich meiner Freundin geholfen hatte, und fragte, ob ich auch ihm helfen könne. Er hatte ein riesiges Paket, konnte mir aber nicht sagen, wo es genau hinsolle. Auch war das Auto, das er mir zur Verfügung stellte, viel zu klein und der Tank leer. Ein Navi hatte er nicht und von meinem wollte er nichts wissen. Er wollte lediglich, dass ich ihm das Paket abnehme und abliefere – wohin auch immer.

Ich sagte: „Lassen Sie uns überlegen, wo das Ziel sein könnte. Kennen Sie vielleicht markante Landschaftsmerkmale?“. Darauf erntete ich Augenrollen und ein bellendes: „Das müssen Sie mir doch sagen können, Sie sind schließlich der Paketzusteller!“. Ich versuchte es erneut mit: „Könnten Sie oder ihre großen Kinder mir vielleicht helfen, das Paket in kleinere Päckchen umzupacken, damit ich es überhaupt transportieren kann?“. Stille.

Mehr Zeit wollte er dann auch nicht investieren und ging. Ich stand also auf dem Parkplatz mit einem riesigen Paket, einem unpassenden Transportmittel und dem Gefühl, dass das hier zu keinem guten Ende führen wird.

Und jetzt?

Nehmen wir nun einmal an, das Paket wäre eine Kommunikationsaufgabe, das Auto ein Projekt, das Navi ein Projektteam, das Ziel ein Unternehmensziel und die Freundin sowie der Nachbar Unternehmen: Welche der beiden Geschichten ist das Märchen? Oder, wenn beide kein Märchen sind: Welches Unternehmen hat die besseren Kommunikationsprojekte und die glücklicheren Beschäftigten?

Über Tanja Beck

Geradlinige Lebensläufe haben ausgedient. Heute zählen Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und die Offenheit, Neues zu erkunden. Ob als Ghostwriter, Content Strategin oder PR/Blogger Relation Managerin: Ich liebe Themenwelten und einen guten Diskurs. Aktuelle Schwerpunkte: Digitale Transformation, Blogger Relation und Ingenieurthemen.

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