Industrie 4.0: Sinn und Unsinn eines Begriffs

„Warum heißt der Apfel Obst?“ Diese fast schon klassische Frage stellte mir mein 3-Jähriger im Spätsommer bei der Apfelernte. „Obst ist ein einzelnes Wort für alles, was wir in den Obstsalat schnibbeln können. Das spart Zeit. Denn sonst müssten wir immer sagen: Lass uns einen Apfel-Bananen-Trauben-Orangen-und-weiß-ich-nicht-noch-alles-Salat machen!“, antwortete ich. Das verstand mein Sohn.

Auf der Next Economy Open in Bonn, debattierte ich wieder trefflich mit unterschiedlichen Menschen über Sinn und Unsinn des Begriffs Industrie 4.0. Ich persönlich finde es gut, dass es einen Sammelbegriff für alle Maßnahmen und Entwicklungen der Digitalen Transformation im produzierendem Gewerbe gibt. Das spart Zeit. Sonst müssten wir immer Sensor-Big-Data-Robotik-Automation-vernetze-Wertschöpfung-und-weiß-ich-nicht-noch-alles-Entwicklung sagen.

Warum stoßen sich also so viele an dem Begriff Industrie 4.0? Weil er von der Politik kommt und sich das immer so nach Reglementierung und Marschrichtung anhört? Oder weil man eigentlich doch nicht weiß, was darunter zu verstehen ist? Oder weil der Begriff an sich falsch ist? Oder weil man erschöpft ist von den vielen Schlagworten und diffusen Begriffshülsen, die im Zuge der technologischen Entwicklung und Digitalisierung in den vergangenen Jahren entstanden sind?

Industrie 4.0 ist ein Change und braucht Change Management

Ich weiß es nicht und ich möchte mir auch kein finales Urteil erlauben. Ich weiß nur: Mir hilft der Begriff, um die wirklich wichtigen Fragen formulieren zu können. Zum Beispiel, wie es eigentlich den Mitarbeitern mit der rasanten Entwicklung so geht und was Unternehmen tun, damit es Mitarbeitern trotz des anstrengenden Changes gut geht.

Change. Noch so ein Begriff, der auf der NEO häufiger angesprochen wurde. Eigentlich sei nämlich Industrie 4.0 und Digitale Transformation auch nur ein Change, also ein umfassender Wandel, und müsste wie ein Change behandelt werden. Das finde ich eine richtige Aussage. Als ich letztens das erste Mal eine Kaktusfeige gekauft habe, hat es mir sehr geholfen, dass mir die Verkäuferin sagte, ich könne diese Frucht wie eine Kiwi behandeln. Ist doch prima!

Also fassen wir für den Moment zusammen: Industrie 4.0 ist ein Sammelbegriff für Entwicklungen der Digitalisierung und der technologischen Entwicklung im produzierendem Gewerbe. Außerdem ist es ein Change, was bedeutet, dass Industrie 4.0 genau wie andere Changes behandelt werden sollte. Und was gehört zu einem Change? Eine Strategie, eine umsichtige Evaluation, eine Roadmap, eine Change-Kommunikation und einiges mehr.

Change Kommunikation. >> Damit mache ich gleich weiter.

Über Tanja Beck

Geradlinige Lebensläufe haben ausgedient. Heute zählen Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und die Offenheit, Neues zu erkunden. Ob als Ghostwriter, Content Strategin oder PR/Blogger Relation Managerin: Ich liebe Themenwelten und einen guten Diskurs. Aktuelle Schwerpunkte: Digitale Transformation, Blogger Relation und Ingenieurthemen.

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